Zahlt Ihre Unfallversicherung auch bei einem Mitwirkungsanteil von 50%?

Fehlentscheidung kostet über 200.000 €

In der Regel bestimmen vor allem Invaliditätssumme, Progression und der Mitwirkungsanteil über die Höhe der Leistungen aus einer Unfallversicherung. Hier bestehen gravierende Unterschiede.

Wichtigster Baustein jeder Unfallversicherung ist die so genannte Invaliditätssumme.

Liegt ein Unfall im Sinne der Versicherungsbedingungen vor, so wird die Versicherungsleistung entsprechend der Gliedertaxe und dem Invaliditätsgrad bestimmt.

Mitwirkungsanteil entscheidend

Aufgrund der Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (z.B. § 3 AUB 99) werden bereits bestehende Unfallfolgen und Vorerkrankungen bei der Berechnung der Invalidität mitberücksichtigt, dies aber nur sofern ein festgelegter Mitwirkungsanteil besteht. Besondere Relevanz haben in der Schadenpraxis Rückenprobleme wie etwa nach einem Bandscheibenvorfall.

In der Regel liegt der Mitwirkungsanteil bei 25 Prozent. Einige Gesellschaften haben bei ihren Top-Tarife eine Erhöhung auf bis zu 50 Prozent vorgenommen.

Beispiele für gute Unfallversicherungen: TOP-Anbieter
Hier finden Sie eine Liste warum welche Gesellschaft aussortiert wurde.

Fordern Sie hier Ihre persönliche Ausarbeitung an oder rechnen selbst: Online-Rechner.

Beispiele für Leistungskürzungen durch einen niedrigen Mitwirkungsanteil:
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Sehnenscheidenentzündung mindert Unfallleistung

Beispielsweise ist die Hand eines Versicherungsnehmers aufgrund einer krankheitsbedingten Sehnenscheidenentzündung eingeschränkt gebrauchsfähig (Mitwirkungsanteil hier 30 Prozent). Bei einem sich daraufhin ereignenden Unfall, verliert er die Bewegungsfähigkeit im rechten Schultergelenk: Invalidität laut Gliedertaxe 70 Prozent.

Die Invaliditätsleistung wird um die Vorerkrankung (30 Prozent) gekürzt, weshalb eine Leistungskürzung von 21 Prozent (30 Prozent mal 70 Prozent) erfolgt. Dies ergibt eine Gesamtinvalidität von 49 Prozent auf Basis der gültigen Progressionstabelle.

Bei einem Versicherer mit einem Mitwirkungsanteil von mehr als dreißig Prozent entfällt an dieser Stelle eine Kürzung der Versicherungsleistung. Deutlich wird der Unterschied am Beispiel einer Progression von 500 Prozent und einer Invaliditätssumme von 100.000 €.

Unter Berücksichtigung des Mitwirkungsanteils von 30 Prozent ergibt sich eine Versicherungsleistung von 94.000 €. Ohne Abzug für die vorhandene Vorschädigung betrüge die Leistung hingegen 260.000 €. Ein Unterschied von 166.000 €.
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Kürzung auch von Unfall-Krankenhaustagegeld

Ein zweites Beispiel:
Bei einem Autounfall kommt es zu einer Rückenschädigung von 70 Prozent. Aufgrund eines bereits vorliegenden degenerativen Bandscheibenvorfalls wird ein Mitwirkungsanteil von 38 Prozent festgestellt. Es erfolgt daher eine Kürzung des Invaliditätsgrades um 38 mal 70 Prozent gleich 26,6 Prozent.

Die zur Berechnung der Versicherungsleistungen zugrunde gelegte Invalidität beträgt nunmehr nur 43,40 Prozent. Der Leistungsunterschied zwischen Unfallversicherungs-Tarifen mit gängigem Mitwirkungsanteil von 25 Prozent und verbesserten Tarifen mit Anrechnung der Mitwirkung von Krankheiten erst ab 40 Prozent betrüge hier rd. 80.500 € zu 290.000 €, das heißt 209.500 € Nachteil.
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