Aggression im Straßenverkehr: Warum Gelassenheit Unfälle verhindern kann

Drängeln, dichtes Einscheren oder noch schnell die Vorfahrt erzwingen: Der Umgangston auf deutschen Straßen wird rauer. Eine aktuelle Langzeitstudie zeigt, dass aggressives Verhalten bei Auto- und Radfahrern weiter zunimmt. Auffällig ist dabei vor allem die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung: Rücksichtslos fahren nach eigener Einschätzung meistens die anderen.

Mehr als jeder zweite Autofahrer gibt inzwischen an, sich sofort abreagieren zu müssen, wenn er sich über einen anderen Verkehrsteilnehmer ärgert. Fast jeder Zweite drängelt zumindest gelegentlich, wenn ihm der Vordermann zu langsam fährt. Gleichzeitig halten sich 92 Prozent beim Überholen von Radfahrern selbst für besonders rücksichtsvoll – während 86 Prozent beobachten, dass andere Autofahrer Radfahrer zu eng überholen.

Für mehr Sicherheit hilft deshalb auch ein kritischer Blick auf das eigene Verhalten. Wer sich provoziert fühlt, sollte Abstand halten, nicht durch dichtes Auffahren oder riskante Manöver reagieren und andere Verkehrsteilnehmer im Zweifel passieren lassen. Zeitdruck ist ebenfalls ein schlechter Beifahrer: Einige Minuten früher loszufahren kann helfen, gelassener auf Verzögerungen zu reagieren.

Ein weiteres Risiko ist Ablenkung. Jeder vierte Befragte schreibt zumindest gelegentlich während der Fahrt Nachrichten, jeder fünfte nutzt soziale Netzwerke. Das Smartphone gehört während der Fahrt deshalb außer Reichweite oder in einen Fahrmodus, der Benachrichtigungen unterdrückt. Denn im Straßenverkehr geht es nicht darum, wer Recht hat oder schneller vorankommt – sondern darum, dass alle sicher ankommen.

Quelle: Unfallforschung der Versicherer (UDV), Studie „Verkehrsklima und Verkehrssicherheit 2026“.

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